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CALL. 20.01.2018: Ägypten übersetzen: Fremde Schriftsysteme als Imaginationsräume der Frühen Neuzeit - Wolfenbüttel (Germany)

04.01.2018

 

 

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FECHA LÍMITE/DEADLINE/SCADENZA: 20/01/2018

 

FECHA CONGRESO/CONGRESS DATE/DATA CONGRESSO: 10-11-12/09/2018

 

LUGAR/LOCATION/LUOGO: Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel (Germany)

 

ORGANIZADOR/ORGANIZER/ORGANIZZATORE: Dr. Anja Wolkenhauer (Tübingen) Prof. Dr. Johannes Helmrath (Berlin)

 

INFO: anja.wolkenhauer@uni-tuebingen.de helmrathj@geschichte.hu-berlin.de 

 

CALL:

 

Solange Kultur in der Frühen Neuzeit in den Grenzen Europas definiert wurde, war Ägypten das nächste große Fremde. Die Faszination fand seit der Antike in der Aufstellung von ägyptisierenden Obelisken ihren sichtbarsten Ausdruck, erstreckte sich aber auch auf viele andere kulturelle Felder. Besonders interessant ist das Beispiel der Hieroglyphenschrift, die zwischen Bild und Text, Erkennbarkeit und Fremdheit, göttlicher und menschlicher Sphäre zu stehen scheint. Ihre Aneignung steht im Zentrum der kommenden Tagung, die sich den kulturellen Übersetzungs- und Adaptionsprozesse des frühneuzeitlichen Europa widmet, die darauf zielten, Ägypten als ‚andere Antike‘ in den europäischen Horizont einzurücken. Die Beschäftigung mit der ägyptischen Hieroglyphik beginnt mit dem Fund der Schriften des Historikers Ammianus Marcellinus (Poggio 1417) und der ungefähr gleichzeitigen Entdeckung der Hieroglyphica des Horapollon (Buondelmonti 1419; Erstdruck Venedig 1505). Von Marsilio Ficino auf die platonische Ideenlehre bezogen, in der Hypnerotomachia Polifi (1499) als Idealschrift weitergesponnen, von Pierio Valeriano emblematisch systematisiert (Hieroglyphica 1556) und von Athanasius Kircher visualisiert und ‚übersetzt‘, bereichern sie das Zeichenvokabular des Arkanwissens für lange Zeit. Da die Hieroglyphen in dieser Epoche nicht phonetisch aufgefasst, sondern primär als Ideogramme interpretiert werden, wird die Renaissancehieroglyphik oft als ein phantasievolles Missverständnis beschrieben. Aber was ist ein phantasievolles Missverständnis? Was für Folgen zeitigt es?

Vor dieser Frage ausgehend widmet sich die Jahrestagung 2018 des Wolfenbüttler Arbeitskreises für Renaissanceforschung den Verfahren und Funktionen kultureller Übersetzung in der Frühen Neuzeit, wobei der Focus auf der Renaissance-hieroglyphik liegen soll (aber der Vergleich mit anderen Übersetzungsphänomenen explizit erwünscht ist). Die Fragen richten sich darauf, was und wie hier eigentlich verstanden wurde; folgende Teilfragen sind zu identifizieren:
•Wo und wie fanden Hieroglyphen und andere ‚fremde Schriften‘ in der europäischen Kultur zwischen 1400 und ca. 1650 Verwendung?
•Welchen Imaginationsraum öffnete die Beschäftigung mit den fremden Schriftsystemen, wozu dienten sie, was hoffte man zu verstehen?
•Inwiefern war der Projektionsraum Ägypten für den Entwurf einer anderen, alternative Antike von Bedeutung, und für wen?
•Auf welche Bedürfnisse reagierten die ägyptisierenden Neuschöpfungen der Zeit?
•Welche Vorstellungen über das Wesen von Sprache, Schrift und Kultur lagen dem Aneignungsprozess zugrunde?
•Welche Rolle spielt die Wahrnehmung der Hieroglyphen als ‚heilige‘, Schrift und Bild verbindende Kommunikationsform bei ihrer Aneignung in Europa; welche Konsequenzen hat die bimediale Form?
•Wie verhielten sich die Humanisten gegenüber den asiatischen und amerikanischen Schriftsystemen, die im 16. Jahrhundert sukzessive in den Blick gerieten und zu vergleichbaren ‚Missverständnissen‘ Anlass gaben?

Wir laden Kolleginnen und Kollegen aus allen historisch orientierten Disziplinen herzlich zur Beteiligung an der Tagung ein und erbitten Ihre Rückmeldung und ein kurzes Abstract (max. 1/2 Seite) an die beiden Tagungsleiter (anja.wolkenhauer@uni-tuebingen.de, helmrathj@geschichte.hu-berlin.de ) bis zum 20.01.2018.

 

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